Tipp sieben – Netiquette, Chatiquette, NettiQuette

Das Kunstwort Netiquette setzt sich aus Net, also Netz im Sinne von Internet oder Netzwerk, und etiquette, auf deutsch Etikette, zusammen. Im Bereich des Instant Messaging mit Skype, MSN oder anderen Diensten, aber auch SMS, spricht man auch von Chatiquette, zusammengesetzt aus Chat und Etikette. Bereits in den Neunziger Jahren versuchte man den elektronischen Umgang miteinander zu regeln – nicht so sehr aus bürokratischem Übereifer, sondern weil die Anonymität eines Computernetzwerkes oft vergessen lässt, dass man weiterhin mit Menschen kommuniziert. So lautet denn auch der erste Grundsatz der Netiquette „Vergessen Sie niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!“. Seit die Onlinekommunikation immer mehr zunimmt, tritt diese Einsicht leider immer häufiger in den Hintergrund. Das Netti 2.0 wünscht sich eine einfache NettiQuette basierend auf Immanuel Kants Kritik der praktischen Vernunft von 1788 „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“ bzw. in der vereinfachten Form „Handle so, wie du auch behandelt werden willst.“. Oder in den Worten des Netti 2.0:

 

„Schreibe auch online immer so, wie Du selber angeschrieben werden möchtest.“

Zu diesem Grundsatz gehört auch, dass Texte verständlich geschrieben und höflich formuliert werden sollten. Abkürzungen sollten vermieden werden, wenn diese nicht allgemein bekannt sind, oder wenn ein Akronym verschiedene Bedeutungen haben kann. Zum Beispiel bedeutet IM in der Sprache der EDV in erster Linie Instant Messenger, ist aber im allgemeinen Sprachgebrauch vor allem als Inoffizieller oder Informeller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, MfS oder Stasi, bekannt.
Der Jugend-Computerführerschein comp@ss, der an immer mehr Schulen der Stadt Berlin, aber auch vom Netti 2.0, als Medienkompetenz-Kurs angeboten wird, lehrt schon Grundschüler neben dem Umgang mit dem Computer auch elektronische Umgangsformen.

[Thomas Siems]