Tipp fünfundzwanzig – Kinderschutz, Elternschutz

Am digitalen Leben der Kinder teilzunehmen fällt vielen Eltern schwer. Manchmal sind sie mit der Technik überfordert und wissen gar nicht, was der Computer im Kinderzimmer überhaupt kann und was die Kinder mit dem Computer so alles machen können. Häufig wird der Computer der Kinder wie ein Tagebuch betrachtet, das nicht überprüft wird. Und dann wird immer wieder die Schule für die Medienkompetenz der Kinder in der Verantwortung gesehen.

Dabei lesen und hören wir immer wieder von Eltern, deren Kinder in Konflikt mit dem Gesetz geraten, weil sie Dateien im Internet tauschen, illegale Software laden oder andere in sozialen Netzwerken beleidigen oder bedrohen. Niemand kann heute sagen, dass er von Tauschbörsen, illegalen Online-Filmangeboten wie Kino.to oder Cybermobbing in sozialen Netzwerken nichts gehört hätte.

Der Schutz der Kinder ist dabei auch ein Schutz der Eltern, denn selbstverständlich tragen sie, wie auch im richtigen Leben, eine Verantwortung für das Tun der Kinder. Insbesondere sollte man sich immer gewahr sein, dass der Inhaber eines Internetanschlusses für diesen verantwortlich ist, ebenso wie der Inhaber eines Mobiltelefonanschlusses. Lassen Sie sich von den Kindern einfach mal zeigen, was die so alles auf dem Computer und dem Telefon an Bildern, Musik und Videos haben und fragen Sie, woher sie das haben. Manch einer wird überrascht sein!

Manchmal reicht es mit den Kindern über Rechte zu sprechen. Ansonsten ist zu überlegen, den Zugang zum Internet und zum Telefon zu begrenzen. Dafür gibt es ab Windows XP unterschiedliche, auch kostenlose, Software. Komplett verbieten kann man Kindern heutzutage weder die Internetnutzung noch das Mobiltelefon. Aber deswegen muss man sich die entsprechenden Kenntnisse selber aneignen.

Mitglieder des Vereins Computerbildung e. V. können sich im Netti 2.0 beraten lassen. Veranstaltungen zum Thema Medienkompetenz für Eltern und Gefahren für Kinder im Umgang mit Neuen Medien können wir an Schulen durchführen.

Um einen Windows-Computer gegen äußere Schädigungen und Veränderungen durch Kinder zu schützen, sollte man Kindern und Jugendlichen nur ein Standardbenutzerkonto in den Systemeinstellungen unter Benutzerkonten einrichten. Aus Sicherheitsrwägungen ist das für alle Nutzer eines Computers anzuraten.

Für Windows XP kann man außerdem das kostenlose Steady State von Microsoft laden,  www.microsoft.com/germany/protect/products/family/steadystate.mspx, Nach der Installation kann man mit seinem Administratorkonto das Standardbenutzerkonto der Kinder nach umfangreichen Kriterien einschränken und sichern. Ähnliche Funktionen bieten Windows Vista und Windows 7 in den Systemeinstellungen unter Jugendschutzeinstellungen.

Einen weiteren Schutz bieten so genannte DNS-Dienste, die gefährliche Internetseiten unerreichbar machen. Kostenlos ist zum Beispiel OpenDNS, www.opendns.com, das wir auch im Netti 2.0 einsetzen. In den Einstellungen kann man viele Internetseiten nach Kategorien sperren und so zum Beispiel kostenpflichtige Onlinespiele unzugänglich machen.

[Thomas Siems]