Tipp 21 – Bilder ins rechte Licht setzen

 

Die digitale Revolution bei der Fotografie ermöglicht das Speichern, Bearbeiten und Verteilen von Bildern, wie das mit analogen Mitteln nie möglich war. Die Fotosafari wird so zum Vergnügen.
Der Umgang mit digitalen Bildern ist aber auch nicht immer leicht. Man kann Bilder einerseits sehr einfach machen und auch ausdrucken oder auf Fotopapier drucken lassen; andererseits sind die Bilder aber schnell mal von der Festplatte oder dem Speicher der Kamera gelöscht.

 

Datensicherung

Sorgen Sie deswegen bitte immer für Kopien ihrer Bilder. Sollte die Festplatte oder der Rechner mal defekt sein, kommen Sie unter Umständen nie wieder an ihre Bilder heran; die Erinnerungen an den Urlaub sind dann verloren.
Da man auch alle anderen Dateien immer als Kopie vorrätig haben sollte, bietet sich eine externe USB-Festplatte an. Die kosten heute nicht mehr viel und sind einfach in der Handhabung. Ein einfache Software zur Datensicherung bietet Microsoft mit SyncToy 2.1 kostenlos an.

 

Bilder verteilen

Bilder kann man auch bei Bilderdiensten hinterlegen, Alben anlegen und die Bilder über das Internet anderen zugänglich machen. Einfache Funktionen bieten soziale Netzwerke wie Facebook. Man sollte aber beachten, dass die Bilder in aller Regel nicht in der originalen Qualität geladen werden. Besser sind da schon spezielle Dienste wie Googles Picasa. Zu beachten ist aber hier, dass der Speicherplatz begrenzt ist. Für Viel-Fotografierer kommt das zur Sicherung der Bilder deswegen nicht in Frage.
Wer professionelle Ambitionen hat, kann auch auf Portale zugreifen, bei denen man die eigenen Schätze anbietet. Dann hat man in der Regel keine Speicherplatzbeschränkungen; Geld verdienen damit allerdings die wenigsten.
Wer Fotos zu besonderen Themen macht, der sollte sich mit Wikimedia Commons beschäftigen. Das ist ein Dienst, der zu allen erdenklichen Themen Bilder anbietet, die von normalen Nutzern eingestellt werden.

 

Bildformate

Das weit verbreitete Bildformat JPG komprimiert die Bildgröße mit Hilfe von Filtern, wobei „nicht erkennbare“ Bestandteile des Bildes entfernt werden. Tatsächlich ist der Vorgang wesentlich komplexer. Entscheidend ist aber, dass die Komprimierung der Bilder mit einem Informationsverlust einhergeht. Das ist in der ersten Generation, sprich dem Originalbild, in der Regel nicht von Bedeutung. Aber zur Bearbeitung von Bildern sollte man unbedingt Bildformate nutzen, die nicht verlustbehafet sind. Das ist vor allem das TIF-Format, weil TIF-Bilder von allen Programmen und allen PC-Betriebssystemen auch angezeigt werden können.

 

Bilder bearbeiten

Im Unterschied zur Bildmanipulation soll eine Bearbeitung von Bildern Fehler der Aufnahme oder einer Anpassung einer Szene an die Erinnerung dienen. Bildinformationen werden nicht gelöscht oder verändert – das ist ein gänzlich anderes Thema, dem wir uns im Netti 2.0 ganz speziell widmen. Dennoch ist der Übergang fließend.

 

Rote Augen

Eine der häufigsten Bearbeitungen ist das Entfernen roter Augen, die beim Fotografieren mit dem Blitz häufig auftreten. Zwar kann man durch Vorblitze oder Zusatzblitze den Effekt schon beim Fotografieren reduzieren oder sogar ausschließen. Im Nachhinein rote Augen zu entfernen ist aber eine Brot-und-Butter-Funktion praktisch aller Fotobearbeitungssoftware.
Man wählt die roten Augen bei großer Vergrößerung aus und kann mit vorgefertigten Funktionen das Rot der Augen entfernen oder man macht das sehr einfach per Hand, in dem der Rotanteil des Bildausschnitts reduziert wird. Picasa von Google erkennt und entfernt rote Augen automatisch sehr gut.

 

Bildausschnitt

Manchmal stört bei einem Bild einfach nur eine Person oder ein Bauteil am Rand, weil die Vorschau der Kamera etwas kleiner ist, als das aufgenommene Bild. Vielleicht möchte man das Bild aber auch neu interpretieren und den goldenen Schnitt beim Bildaufbau berücksichtigen. Das Anpassen des Bildausschnitts ist bei allen Fotoprogrammen eine simple Sachen. Meist reicht es aus, einen Rahmen um den gewünschten Ausschnitt zu setzen und das Bild auf diesen Bereich zu beschneiden.

 

Farbverbesserung

Da Digitalkameras empfindlich auf Infrarot- und UV-Licht reagieren haben Bilder insbesondere bei starker UV-Strahlung Farbstiche, die man mit einfachen Mitteln korrigieren kann. Dann versagen die Sensoren bei der Bestimmung des sogenannten Weißwertes und es kommt zu Farbverschiebungen.
Bei diesigem Wetter bildet eine Kamera die Realität objektiv ab. Im Gegensatz dazu nimmt  das menschliche Auge die Umwelt subjektiv wahr. Im Gebirge zum Beispiel scheint man weiter sehen zu können, als das eine Kamera abbildet und die Bilder haben einen Grauschleier. Ähnliches gilt, wenn die Umgebung von uns mit besonderen Farben verwöhnt. Fotos im Wald erscheinen weniger grün und leuchtend als wir das in Erinnerung haben und die Farben bunter Blüten oder tropischer Fische sind weniger schillernd.
Mit Hilfe von Farbwertkorrekturen können Bilder sehr einfach verbessert werden.
Leuchtende Farben erhält man bei GIMP einfach über das Menü FarbenAutomatischFarbverbesserung; wobei man das Ergebnis sehr kritisch beurteilen sollte, da kräftige Farben in der Regel als schön wahrgenommen werden, aber nicht mehr natürlich sind.
Zu dunkle oder zu helle Bilder können auch unter Zuhilfenahme der Gammakorrektur verbessert werden. Digitalkameras können nämlich nicht annähernd so viele Helligkeitsuntschiede darstellen wie das Auge wahrnimmt. Verwenden Sie bei der Bearbeitung von Bildern bitte nie die Helligkeits- und Kontrastregler. Ausnahmen stellen hier nur künstlerische Verfremdungen oder Bildmanipulationen dar.
Dunkle Motive sollte man schon beim Fotografieren optimal erfassen. Hier lohnen ein Stativ und die Einstellung einer möglichst geringen Lichtempfindlichkeit im Kombination mit langen Belichtungszeiten, sofern es sich nicht um bewegte Motive geht.

 

Gratis- oder Kaufversion?

Die Stiftung Warentest online hat im Februar kostenlose und  Kauf-Bildbearbeitungsprogramme getestet. Wenig überraschend schneiden die kostenpflichtigen Varianten vor allem in Punkto Handhabung und Vielseitigkeit besser ab. Dennoch reichen auch die vorgestellten kostenlosen Varianten für die meisten Nutzer völlig aus.

 

Werkzeuge

 

Bild beschneiden

Bei IrfanView hält man dazu die linke Maustaste gedrückt, zieht ein Rechteck auf, dass man bequem in Breite und Höhe anpassen kann und wählt anschließend Bearbeiten - Freistellen, bzw. drückt die Tastenkombination STRG + Y.
GIMP
Gewünschten Bereich mit dem Auswahl-Werkzeug markieren –  Bild Auf Auswahl zuschneiden

 

Farbkorrekturen, Gamma einstellen

GIMP
FarbenKurven

 

Farbverbesserung

GIMP
FarbenAutomatischFarbverbesserung

Weißabgleich

GIMP
FarbenAutomatischWeißabgleich

Rote Augen entfernen

Picasa
Bild auswählen – OptimierungRote Augen
GIMP
Filter VerbessernRote Augen entfernen

 

Software, Links

 

Abkürzungen

  • GIMP… GNU Image Manipulation Program
  • GNU… GNU is not Unix
  • JPG… Joint Photographics Expert Group
  • TIF… Tagged Image File Format
  • USB… Universal Serial Bus
  • UV… Ultraviolet

 

 [Thomas Siems]