Als Elektrosmog bezeichnet man die elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Felder elektrischer Geräte. Die meistdiskutierten Felder sind schon seit inzwischen Jahrzehnten die elektromagnetischen Felder von Hochspannungsleitungen und seit einigen Jahren die Strahlung von Mobilfunkmasten.
Zwar gibt es weder Studien, die die Schädlichkeit solcher Strahlen belegen, noch Studien, die deren Unschädlichkeit ausdrücklich feststellen, weswegen der größte Schaden wohl in den Köpfen in Form von Verunsicherung oder sogar Angst angerichtet wird.
Felder sind aus dem modernen Leben inzwischen nicht mehr wegzudenken und auf viele lieb gewonnene Geräte kann man inzwischen nicht mehr verzichten.
Die allgegenwärtige Fernbedienung strahlt mit ihrer Infrarot-Strahlung vermutlich noch am diskretesten – eine Gefährdung nimmt wohl niemand an, da deren Energie sehr gering ist.
Zu hause umgeben wir uns aber mit Schnurlostelefonen, Babyfon, Funktsteckdosen und WLAN. Wir wollen auf Fernsehen aus dem All, dem Satelliten-TV oder von terrestrischen Fernsehtürmen wie unserem Alex nicht verzichten und in eine fremde Stadt begibt sich kaum jemand ohne sich auf die Satellitennavigation GPS zu verlassen; der eine oder andere nutzt auch gerne UKW-Minisender, sogenannte FM-Transmitter, von seinem MP3-Player zum bordeigenen Radio im Auto oder zur Verteilung seiner Musik in den eigenen vier Wänden.
Beim mobilen Telefonieren und Musik hören benutzen wir Bluetooth-Kopfhörer, ebenso wie beim Visitenkartentausch mit dem Mobiltelefon oder der Freisprechanlage im PKW.
Im Geschäftsräumen und öffentlichen Orten funken Überwachungskameras.
Flugzeuge funken ständig ihre Positionen und erfassen ihre Umwelt mittels Radar, ebenso wie Schiffe auf dem Meer, die oben funken und unter der Oberfläche unter lautem Getöse die Untiefen mit Echolot erfassen und vielleicht Meeressäuger schädigen.
Autos sind inzwischen bei einigen Modellen serienmäßig mit Radar zum Einparken und Entfernungsmessern zum Vordermann ausgestattet.
Und aus dem All erreichen uns permanent Radar- und Kurzwellenstrahlen der militärischen, meteorologischen und geowissenschaftlichen künstlichen Erdtrabanten.
Bestimmt fehlen noch einige menschengemachte Felder – die natürlichen Felder lasse ich aus Platzmangel mal völlig unbeachtet. In der Diskussion um Gefahren durch Felder werden diese mit Hinweis darauf, dass sich die Lebewesen der Erde im Laufe der Evolution ja sowieso daran angepasst hätten, im allgemeinen nicht weiter beachtet.
Was soll man also tun, wenn man sich Feldern nicht aussetzen möchte? Bei der oben angeführten Liste ist das zunächst einmal überhaupt nicht möglich. Wer sich selber möglichst geringen Feldern aussetzen möchte, dem muss man zunächst nahe legen, nicht in der Stadt zu wohnen, wo schon die Dichte an WLAN- und DECT-Stationen eine ordentliche Grundversorgung mit nachbarschaftlichem Elektrosmog verursacht. Zu hause sollte man wegen der gepulsten Felder von schnurlosen Telefonen nur Telefone mit Schnur benutzen. Mobiltelefone sollte man nur einschalten, wenn man sie auch gleich benutzen möchte. Die gerne verbreitete Mär, dass Quarzkristalle auf dem Monitor dessen Strahlung reduzieren könnten, ist zwar Unfug, aber zumindest weder teuer noch gefährlich. Anders sieht das mit Schutzfolien aus, die die Strahlung von Mobiltelefonen reduzieren sollen oder Kisten, in die man Schnurlostelefone stecken soll, damit deren Strahlung reduziert wird. Wenn man die Empfangsleistung reduziert, fangen Telefon an mit höchster Sendeleistung einen besseren Empfang zu gewährleisten. Diese Methoden sind also kontraproduktiv, teuer und führen unter Umständen zum Verlust der Gewährleistung, da sie nicht bestimmungsgemäß verwendet werden.
Im geschäftlichen Bereich kann man mehr machen, besonders, wenn die Sicherheitslage es verlangt, denn wie jedes elektrische Gerät senden auch Monitore Felder aus, die in Entfernungen von einigen Metern noch gemessen und sogar rekonstruiert werden können. Es kann sich also lohnen, teure Schutzmaßnahmen gegen diese kompromittierende Strahlung zu ergreifen, wenn Datenschutz oder Schutz gegen Spionage Geld wert ist. Ein solcher Schutz verhindert auch recht ordentlich das Eindringen fast sämtlicher Felder in den so geschützten Bereich. Die Kosten rechtfertigen aber keine solche Maßnahme im privaten Raum.
Für Mobiltelefone stellt das Bundesamt für Strahlenschutz eine Liste mit SAR-Werte online zur Verfügung. Diese so genannte spezifische Absorptionsrate dient zur Klassifizierung der Absorption von elektromagnetischen Feldern in biologischem Gewebe: www.bfs.de/elektro/oekolabel.html.
[Thomas Siems]