Tipp dreiundzwanzig – WLAN absichern

 

Die Gefahr, dass Fremde den Internetzugang missbrauchen sorgt bei vielen Eigentümern eines WLAN-Routers für Unbehagen.
Auch Privatpersonen sei es „zuzumuten zu prüfen, ob dieser Anschluss durch angemessene Sicherungsmaßnahmen hinreichend dagegen geschützt ist, von außenstehenden Dritten für die Begehung von Rechtsverletzungen missbraucht zu werden.", so der BGH in einem Urteil vom Mai letzten Jahres. In dem Fall ging es darum, dass eine fremde Person einen WLAN-Zugang widerrechtlich nutzte, um in Tauschbörsen illegale Musik-Angebote zu laden.
Zwar musste der Beklagte keinen Schadenersatz zahlen, weil er zum Zeitpunkt der Tat auch nicht zu Hause war. Aber er blieb auf den Kosten des Verfahrens sitzen.
Was sollte man also tun, um den Zugang zum eigenen Internetzugang abzusichern? Es sollte ausreichen, eine „marktüblich Absicherung" des WLAN-Zugangs sicherzustellen, damit man nicht, wie in dem oben beschriebenen Fall, als Störer in Haftung genommen wird.
Zunächst sollte ein WLAN-Zugang deswegen verschlüsselt und mit einem Passwort gesichert sein. Weitere Maßnahmen kann man ergreifen, wenn man sich näher mit der Technik des Routers beschäftigen möchte.
Router sichern

 

Router sichern

Bei der Anmeldung an den Router um den Internetzugang nach der Anleitung einzurichten, sollten Sie als erstes ein eigenes Passwort für die Konfiguration des Routers setzen. So kann kein Fremder die Einstellungen des Internetzugangs verändern. In den Systemeinstellungen des Routers finden Sie das in der Regel unter dem Punkt Router-Kennwort oder Administrator-Einstellungen.

 

Verschlüsselung einstellen

Wenn Sie das WLAN ihres Routers aktivieren, wählen Sie im Menü Sicherheit oder Verschlüsselung die Methode WPA oder besser WPA2, das inzwischen von jedem modernen Router unterstützt wird. Damit schützen Sie sich davor, dass Unbefugte Daten aus ihren Internetverbindungen auslesen können.

 

Passwort setzen

Neben der Verschlüsselung, sollte unbedingt ein gutes Passwort oder eine Passphrase für die Anmeldung am Router vergeben werden. Bei den verbreiteten Fritz!Box-Routern von AVM ist ein 16-stelliger Code aufgedruckt, der bei jedem Gerät individuell ist und in der Regel ausreichen sollte. Wenn der Router und damit die Zugangsdaten allerdings leicht zugänglich ist, sollten Sie keine aufgedruckten Passworte nutzen, sondern diese in ein mindestens 12-stelliges Passwort ändern, das aus Zahlen, Groß- und Kleinbuchstaben und Sonderzeichen, z. B. Prozent- oder Dollarzeichen, bestehen sollte.

 

Fortgeschrittene Sicherheitsmaßnahmen

 

Zugangsbeschränkungen einrichten

Alle modernen Router haben die Möglichkeit, den Zugang auf bestimmte Geräte zu beschränken. Das finden Sie unter dem Menüpunkt MAC-Zugangskontrolle, MAC-Filter oder „Bekannte WLAN-Geräte". Dort können Sie die Laptops und Smartphones festlegen, die ihr WLAN nutzen dürfen. Fremde Geräte werden dann nicht akzeptiert.

 

802.1x abschalten

Wenn ihr Router einen Menüpunkt 802.1x besitzt, schalten Sie diesen Dienst aus. Dieser Standard wird nur von Firmen verwendet, im Privatbereich spielt das keine Rolle.

 

Fernkonfiguration abschalten

Eine Fernkonfiguration des Routers sollten Sie ebenfalls unbedingt deaktivieren. Nur wenn man selber aus der Ferne seinen Router verwalten muss, ist dieser Zugang notwendig.

 

Firmware aktualisieren

Und sehen Sie beim Hersteller des Routers nach, ob es eine neuere Firmware für den Router gibt. Updates für den Router enthalten in der Regel neue Funktionen; die Sicherheit ist davon normalerweise nicht betroffen. Aber schauen Sie im Zusammenhang mit neuer Firmware einfach mal, ob die neuen Funktionen nicht auch für Sie interessant sein können. Insbesondere Fritz!Boxen können mehr als nur die eigenen Rechner mit dem Internet verbinden.

 

[Thomas Siems]